Wenn Holz die Erde überrennt
Über Stress, Verdauung und die verlorene Mitte in einer Welt, die nur wachsen will
Erinnerst du dich an die Werbung?
„Sind sie zu stark – bist du zu schwach.“
Diese Worte sind pure Holz-Energie: kraftvoll, angreifend, nach vorne drängend.
Und genau das spiegelt unsere Zeit wider.
Ja, das Holz ist zu stark – aber es trifft auf eine zu schwache Erde.
Wir leben in einer Zeit, in der Wachstum, Leistung und Geschwindigkeit hoch angesehen sind. Wer viel produziert, sichtbar ist, stetig wächst – erhält Anerkennung, Prestige und Wertschätzung. Das ist die Qualität des Holzes in den fünf Elementen: Aufbruch, Dynamik, sich ausdehnen, Neues hervorbringen.
Doch was geschieht mit der Erde?
Die Erde steht für Nähe, Versorgung, Fürsorge und Integration. Für die Mahlzeiten, die uns nähren, für den Boden, der uns trägt, für die Pausen, die uns wieder in die Mitte bringen. Und genau diese Erde bekommt in unserer Gesellschaft kaum Platz.
Wir essen schnell unterwegs, oft nicht mehr selbst gekocht. Geschäftsessen ersetzen gemeinsames Mahlhalten. Vitamintabletten und Pulver gelten als praktischer Ersatz für echte Nahrung – ein schnelles „chemisches Düngen“ statt einer nachhaltigen Fürsorge. Auf dem Feld wie in uns selbst.
Holz und Erde in Disharmonie
Im Zyklus der fünf Elemente hat das Holz die Aufgabe, die Erde zu kontrollieren, damit sie nicht zu schwer, zu träge oder selbstbezogen wird.
Doch wenn das Holz nur noch wächst, expandiert und sich durchsetzt, bleibt der Erde nichts entgegenzusetzen. Ist sie geschwächt, wird sie schlichtweg überrannt – und das Holz greift an.
Symptome im Körper
Diese Disharmonie zeigt sich vielfältig:
Beschwerden, die bei Stress schlimmer werden
Malabsorptionsstörungen
Reizdarm, Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen
Ein Körper, der blockiert, weil er aufnimmt, ohne zu integrieren
Das Fundament wird geschwächt – und auf dieser Basis können sich viele Krankheiten entwickeln.
Was du tun kannst
Die Balance zurückzuholen bedeutet, beides zu beachten: das Holz begrenzen und die Erde stärken.
1. Das Holz zügeln
Frage dich: Wie viel Stress trage ich in meinem Körper? Wann funktioniere ich noch im Stressmodus, obwohl ich längst am Limit bin?
Übe, Pausen zu machen.
Auch – und gerade dann – wenn du glaubst, keine Zeit dafür zu haben.
Wenn die Atmung flach wird, wenn Deadlines dich treiben, wenn das „Nur noch dieses, jenes…“ kein Ende nimmt: Zieh die Notbremse.
Geh spazieren. Atme. Leg eine Pause ein.
Die Welt wird sich weiterdrehen – und sie hat mehr von dir, wenn es dir gut geht.
2. Ernährung bewusst wählen
Lebensmittel, die Holz-Energie mäßigen und Stress abbauen, sind vor allem saure und bittere Nahrungsmittel:
Zitronenwasser
Rucola
Brokkoli
Sellerie (gekocht)
Petersilie, Dill, Minze
3. Die Erde nähren
Ebenso wichtig: die Erde selbst stärken. Sie will gesehen, genährt und gepflegt werden.
Dazu habe ich ein Workbook zur Erde geschrieben – noch bis zum 30.09. in der Mitgliedschaft verfügbar, auch hier einzeln erhältlich
Und am 01.10. erscheint das neue Workbook rund um die Milz: mit Fokus auf Ernährung, Verdauung und die vielen Facetten, die die Milz in unserem Alltag ausmacht.
Zum Schluss
Wandel beginnt nicht mit großen Sprüngen, sondern mit der Wahrnehmung.
Mit dem Innehalten, mit dem Spüren, wo Holz zu stark drängt – und wo die Erde zu schwach geworden ist.
Und Wandel wächst in den kleinen Schritten der Verwurzelung: in einer Mahlzeit, die du dir bewusst nimmst. In einer Pause, die du dir erlaubst. In der Fürsorge, die du deiner Mitte schenkst.
So wird die Erde stark – und das Holz darf in seiner ganzen Kraft gedeihen, ohne zu überrennen.



