Dickdarm 18 & Zypresse – Loslassen im System des Metalls
Unterstützung für den Moment, in dem wir wissen, dass etwas vorbei ist – aber noch nicht weiterkönnen
Dickdarm 18 – ein Punkt für Übergänge, die steckenbleiben
Es gibt Phasen, in denen ein Abschied notwendig ist, aber der innere Prozess stockt. Man weiß, dass etwas vorbei ist, erkennt den nächsten Schritt und spürt sogar, wohin man sich bewegen müsste – doch emotional bleibt man stehen. Trauer oder Belastung wird nicht verarbeitet, sondern festgehalten. Häufig liegt das weniger am Gefühl selbst, sondern an der Angst vor dem Moment danach:
Was passiert, wenn ich wirklich loslasse? Wird es leer? Wird es instabil?
Dickdarm 18 wird genau in solchen Situationen angewendet.
Er wirkt dort, wo Gedanken und Gefühle nicht zusammenfinden: Der Kopf versteht den Übergang, aber der Körper hält ihn nicht. Der Punkt verbindet beides wieder miteinander. Emotionen, die im Halsbereich oder inneren Brustraum „feststecken“, bekommen eine Richtung nach unten – dorthin, wo Verarbeitung überhaupt möglich ist.
So unterstützt Dickdarm 18 den Übergang von Zurückhalten, Unterdrücken oder innerer Enge hin zu einem Zustand, der wieder beweglich ist. Er ermöglicht, dass die Leere nach einem Loslassen nicht als Mangel empfunden wird, sondern als notwendiger Raum, der entsteht, bevor etwas Neues Form annehmen kann.
Da es sich hier um einen Übergang handelt, der sich nie rein körperlich, sondern immer auch emotional vollzieht, wird dieser Punkt häufig mit Mitteln kombiniert, die gezielt auf der psychischen Ebene wirken – insbesondere mit Pflanzenessenzen, die sich gut in das System der fünf Elemente einordnen lassen.
Lokalisation von Dickdarm 18 (DI 18)
Dickdarm 18 liegt an der lateralen Seite des Halses,
auf Höhe der Spitze des Schildknorpels (Adamsapfel).
Der Punkt befindet sich zwischen den sternalen und klavikulären Köpfen des Musculus sternocleidomastoideus – in einer kleinen, natürlich tastbaren Vertiefung.
Chinesische Medizin wirkt auf mehreren Ebenen
In meiner praktischen Arbeit nutze ich vor allem die klassischen Säulen der chinesischen Medizin – Akupunktur, chinesische Arzneimitteltherapie und Ernährungsberatung. Diese greifen in körperliche Prozesse ein und regulieren Funktionskreise, Leitbahnen und Substanzen.
Doch die chinesische Medizin trennt die körperliche und die emotionale Ebene nicht voneinander.
Körper und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig – jede Veränderung auf der einen Seite wirkt auf die andere zurück. Deshalb kann man Emotionen körperlich behandeln – und körperliche Themen emotional.
Ich verwende deshalb auch Aromatherapie und Bachblüten – nicht statt der TCM, sondern als gezielte Ergänzung auf der psychisch-emotionalen Ebene.
Gerade bei Themen wie Loslassen, Übergängen oder stagnierender Trauer zeigt sich, dass bestimmte ätherische Öle eine klare, präzise Wirkung entfalten – und sich hervorragend mit Akupunkturpunkten wie Dickdarm 18 kombinieren lassen.
Warum das daoistisch logisch ist
Die chinesische Medizin ist tief im Daoismus verwurzelt – einer Sichtweise, die Körper, Geist, Natur, Emotionen und Umwelt niemals getrennt betrachtet.
Makrokosmos und Mikrokosmos spiegeln einander.
Alles folgt denselben Gesetzmäßigkeiten, alles greift ineinander.
Der daoistische Blick ist nicht dogmatisch, sondern funktional:
Was wirkt, gehört dazu.
Ob ein Kraut, ein Akupunkturpunkt, ein körperlicher Impuls, ein Duft oder eine emotionale Einsicht – alles ist Teil ein und desselben dynamischen Systems.
Deshalb ist es vollkommen schlüssig, auch Essenzen oder Düfte in die Arbeit zu integrieren. Sie wirken auf einer anderen Ebene – aber innerhalb derselben Ordnung der fünf Elemente. Manche Pflanzen passen besonders gut zu bestimmten Punkten oder Phasen, weil sie denselben Prozess unterstützen.
Eine dieser Pflanzen ist die Zypresse.
Zypresse – Stabilität in Phasen, die sich schwer und dicht anfühlen
Zypresse wird vor allem dann verwendet, wenn ein innerer Übergang notwendig ist, aber emotional nicht greifbar wird. Wenn etwas schwer, diffus oder „zu voll“ ist. Die Pflanze selbst bleibt auch in feuchten, dichten Umgebungen formklar – und genau diese Qualität zeigt sich in ihrer Wirkung:
sie bringt Struktur in emotionale Dichte
sie ordnet psychische „Feuchtigkeit“, ohne sie zu unterdrücken
sie stabilisiert den Prozess, während man in eine neue Richtung geht
Zypresse vermittelt eine zentrale innere Erfahrung: Vertrauen.
Das Vertrauen, dass ein Schritt gut ausgeht, auch wenn man nicht weiß, was genau danach kommt. Dass der Übergang nicht ins Bodenlose führt. Dass die eigene Stabilität bleibt, selbst wenn man etwas loslässt.
Sie erleichtert die Haltung, die viele Menschen genau in solchen Momenten brauchen:
sich dem Prozess hingeben zu können, auch wenn er Verlust enthält.
Warum Zypresse und Dickdarm 18 gemeinsam so wirksam sind
Dickdarm 18 schafft die körperliche und emotionale Ausrichtung, die nötig ist, um einen inneren Schritt tatsächlich zu vollziehen. Er verbindet das mentale Erfassen eines Übergangs mit der körperlichen Fähigkeit, ihn zu halten.
Zypresse ergänzt diesen Prozess, indem sie die emotionale Stabilität bereitstellt, die den Übergang tragbar macht. Während Dickdarm 18 die Richtung klärt, vermittelt Zypresse das Vertrauen, dass der Prozess gut ausgehen wird.
Gemeinsam ermöglichen sie eine Haltung, die sonst schwer zugänglich ist:
sich dem Loslassen hingeben zu können, während man Verlust erlebt – und dabei innerlich stabil zu bleiben.
Diese Fähigkeit, surrendering while we experience loss, ist die Kernbewegung der Metall–Wasser-Achse:
Metall lässt los.
Wasser vertraut.
Durch die Kombination wird der Übergang nicht als Abbruch, sondern als gelingender Wechsel erlebt – getragen, klar und nach vorne gerichtet.
Zypresse kann im Diffuser eingesetzt oder pur direkt auf Dickdarm 18 einmassiert werden.
Praktische Anwendung
Wenn du selbst mit Menschen arbeitest – oder dich gerade in einer eigenen Übergangsphase befindest – kannst du:
einen Tropfen hochwertigen Zypressenöls direkt auf Dickdarm 18 einmassieren
(ich persönlich verwende die Öle von doTERRA),
oder
den Punkt ohne Öl halten und der Thematik bewusst Raum geben.
Oft beginnt der Prozess bereits in dem Moment, in dem wir die Stelle berühren, an der etwas festgehalten wurde.
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